Forex, was ist das?

Wer vor den Zeiten des Euros groß geworden ist hat vielleicht schon bei einem kleinen Ausflug nach Frankreich, Österreich oder in die Schweiz erlebt, was Forex bedeutet. Außer ein paar Händlern in touristisch geprägten Regionen konnte man plötzlich mit dem “eigenen” Geld nichts anfangen. Und musste eine Bank, Post oder die Wechselstube aufsuchen. Dort wurde die eigene Währung in das Geld des Ziellandes getauscht. Diese doch vergleichsweise einfache Transaktion zeigt die Wesensmerkmale eines Forex-Geschäfte schon fast komplett auf!

Jede Währung ist nur im “eigenen” Land oder Währungsgebiet gesetzliches Zahlungsmittel, muss also von allen Unternehmen und auch Privatpersonen akzeptiert werden. Wer den Geltungsbereich dieses Geldes übnerschreitet und wirtschaftlich tätig werden möchte, der tauscht sein Geld in Fremdwährung. Englisch auch als foreign exchange bezeichnet. Der Währungshandel unterlag im Lauf der Zeit einem massiven Wandel: Anfangs wurde tatsächlich lediglich Bargeld eingetauscht, so dass eine umfangreiche Logistik aufgebaut werden musste.

Im nächsten Schritt war es möglich, Überweisungen mit Hilfe des SWIFT-Bankensystems rund um den Erdball zu senden. Da viele Länder noch keine Internationalen Bankkontonummern hatten wurden die Zahlungen dann erst auf das Zwischenkonto der örtlichen Bankfiliale gebucht, die dann erst das Geld auf dem Kundenkonto gutschrieb.

Mit Einführung und Nutzung der ec-Karte war es für die meisten Kunden erstmals möglich, Geld praktisch weltweit abzuheben. Damit wurde der Fremdwährungstausch in den Büchern der Banken und elektronisch vorgenommen. Die Kunden erhielten am Urlaubsort sofort Bargeld in der Währung des Landes. Diese relativ kostengünstige Variante schränkten die Banken mit Einführung von VPay wieder ein, so dass viele Girokarten nur noch in Europa eingesetzt werden können.

Fremdwährungshandel ist auch unabdingbar, wenn Anleger ausländische festverzinsliche Wertpapiere kaufen möchten oder in Aktien investieren. Dazu wird der Kursgesamtbetrag in örtlicher Währung berechnet und dann in die Heimatwährung des Investors umgerechnet. Bei allen frei konvertierbaren Währungen kann der Investor diese Papiere jeder Zeit verkaufen, so dass dann die entgegenlaufende Transaktion stattfindet.